Cannabidiol / CBD – Wirkung und Anwendung im Überblick

CBD – die drei Buchstaben stehen für die Substanz Cannabidiol, die neben dem THC aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird. Obwohl der genaue Wirkmechanismus von Cannabidiol noch nicht vollständig erforscht ist, werden der Substanz auf vielen Webseiten wahre Wunder nachgesagt. Anders als THC hat das enthaltene Cannabidiol keine berauschende Wirkung. Es ist also nicht psychoaktiv. Was ist aber Cannabidiol genau und welche Wirkung kann es auf den Organismus des Menschen haben?

Was ist Cannabidiol?

Cannabidiol, kurz CBD, ist ein natürliches Phytocannabinoid, welches aus den Blüten und Blättern der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird. Die höchste Konzentration an Cannabinoiden befindet sich in den Pollen der Pflanze. Für eine optimale Extraktion werden die Blüten nach der Ernte zuerst getrocknet. Der Extrakt wird danach aus den Blättern und Blüten durch Destillation gewonnen. Wissenschaftler haben weltweit bislang mehr als 500 natürliche Bestandteile in der Hanfpflanze bestimmt. Etwa 100 davon sind sogenannte Cannabinoide.

Besonders schonend ist das Herstellungsverfahren mit der sogenannten unterkritischen CBD-CO2-Extraktion. Das Extraktionsverfahren ist sicher und ungiftig. Da die Extraktion bei niedrigeren Temperaturen und bei einem geringeren Druck stattfindet, muss der Vorgang mehrmals wiederholt werden. Durch das schonendere Verfahren ist die Konzentration des Cannabidiols sehr hoch und die wertvollen Terpene bleiben erhalten. Für die Herstellung von CBD mit der CO2-Extraktion ist hohes Expertenwissen notwendig. Außerdem ist die Methode sehr teuer. Dies wirkt sich in der Regel dann auch auf den Preis des Produkts aus.

Cannabidiol wird nach der Gewinnung in verschiedenen Produkten weiterverarbeitet

Die bekannteste Darreichungsform von Cannabidiol ist das sogenannte CBD Öl, das in vielen verschiedenen Konzentrationen angeboten wird. Sehr häufig sind Öle 5, 10, 15, 20 30 oder 40 Prozent auf dem Markt erhältlich. Der Extrakt aus der weiblichen Hanfpflanze wird für ein gutes CBD Öl mit hochwertigem Bio-Hanföl gemischt. Cannabidiol ist allerdings auch in Tees, Kaugummis oder in verschiedenen Kosmetikartikeln enthalten. Auch für Haustiere wird mittlerweile schon CBD Öl angeboten. Die Öle sollen bei Hunden oder Katzen zahlreichen Beschwerden wie Verfassungsprobleme, Angstzustände oder auch Schmerzen lindern. Das Öl, das den Haustieren unter das Futter gemischt wird, ist für den Menschen nicht geeignet.

Die Wirkung von CBD im Körper

Cannabidiol kann im Körper sehr unterschiedliche Wirkungen haben. Dies liegt nicht zuletzt am Endocannabinoidsystem des Körpers. Die in den verschiedenen CBD-Produkten enthaltenen Stoffe sind gewissen körpereigenen Botenstoffen sehr ähnlich. Sie können daher auch die gleiche Funktion erfüllen wie die Botenstoffe des Körpers. Mittlerweile ist die positive Wirkung von CBD in einigen klinischen Studien belegt und es gibt auch schon ein Medikament, das eine Zulassung in den USA und in Europa hat. Im Allgemeinen wirkt Cannabidiol bei Menschen beruhigend, schmerzstillend und entzündungshemmend. Des Weiteren kann CBD angstlösend, stresslindernd und antipsychotisch wirken. Auch Migränepatienten berichten von der sehr guten Wirkung gegen die Beschwerden.

Es wird weltweit in verschiedenen klinischen Studien geforscht

Mittlerweile wird an der Wirksamkeit des Cannabidiols in sehr vielen verschiedenen Bereichen geforscht. Durch die antioxidativen Eigenschaften gehen Wissenschaftler davon aus, dass CBD das Wachstum von Krebs hemmen könnte. Auch in den neuesten Alzheimer-Studien wird der mögliche Nutzen des CBDs seit Neuestem getestet.

Anwendung und Darreichungsformen von CBD

Die bekannteste Darreichungsform von Cannabidiol ist das sogenannte CBD Öl. Das in verschiedenen Konzentrationen erhältliche Öl wird in der Regel oral eingenommen. Die Tropfen werden mit der Pipette unter die Zunge gegeben. Über den Mund können Arzneimittel rasch aufgenommen werden, genau wie natürlich Wirkstoffe. Das Cannabidiol wird von der Mundschleimhaut absorbiert und gelangt auf diese Art sehr schnell in den Organismus. Welche Dosierung empfehlenswert ist, kann nicht pauschalisiert werden. Anfänger sollten die Dosis nach ihrem Gewicht und der Konzentration des Öls zugrunde legen. Eine niedrige Dosis bedeuten 2 bis 4 mg Cannabidiol pro 10 kg Körpergewicht. Bei einer mittleren Dosis sind es 7 bis 8 mg. Bei einer hohen Dosis werden 14 bis 16 mg Cannabidiol verwendet.

Die Berechnung der Dosierung erfolgt am einfachsten nach dem Körpergewicht

Wählt eine erwachsene Person mit einem Gewicht von 80 kg eine leichte Dosis, sollte die Dosierung zu Anfang etwa 16 bis 32 mg betragen. Geht man davon aus, dass eine Flasche mit einem Inhalt von 30 ml einen CBD-Gehalt von 300 mg hat, enthält 1 ml etwa 10 mg. Handelsübliche Pipetten nehmen etwa 1 ml auf. Die Tagesmenge liegt dann bei der Menge aus etwa 3 gefüllten Pipetten. Bei der Dosierung ist immer auf die Reaktion des Körpers zu achten. Sollten keine Beschwerden auftauchen, kann die Dosierung erhöht werden.

Eine Überdosierung von CBD hat normalerweise keine negativen Effekte

Selbstverständlich ist es möglich, dass CBD-Produkte durch Unwissenheit überdosiert werden. Die Überdosierung von Cannabidiol wurde in den USA auch schon untersucht. Bei der sogenannten Studie mit der Bezeichnung „Safety and side effects of Cannabidiol“ wurde den Probanden jeden Tag hohe Dosen von 1.500 mg verabreicht. In den Berichten ist nachzulesen, dass die hohe Dosierung von allen getesteten Personen gut vertragen wurde und zu keinerlei Problemen führte.

CBD-Öl vs. Hanföl

Da Cannabis das lateinische Wort für Hanf ist, gehen viele Menschen davon aus, dass Hanföl und CBD Öl gleich oder sehr ähnlich sind. Dies ist aber nicht der Fall. Das Hanföl wird in Ölmühlen aus der männlichen Hanfpflanze gewonnen. Das Öl wird in den Mühlen kalt gepresst. Bei diesem Herstellungsverfahren werden die Hanfsamen schonend bei unter 40 °C gepresst. Nach der Gewinnung wird das Hanföl nicht raffiniert und es bleiben der spezielle Geschmack und auch die wertvollen Inhaltsstoffe enthalten. Hanföl ist ideal zur kalten Verwendung. Biologisch hergestelltes Hanföl ist sehr gut zum Mischen mit CBD geeignet.

Cannabidiol wird aus der weiblichen Cannabispflanze gewonnen

Betrachtet man die Art der Pflanzen und die Herstellung des CBDs wird der Unterschied sofort klar. Anstatt aus den Hanfsamen wird Cannabidiol aus den Blüten und Blättern der weiblichen Pflanze hergestellt. Das Cannabidiol wird mit einem sehr aufwendigen Destillationsverfahren gewonnen. Bei der Destillation kommen Hitze und ein Vakuum zum Einsatz. CBD wird bei Temperaturen von bis zu 165 °C gelöst. Wachs, Fett und unerwünschte Verbindungen lösen sich erst bei noch höheren Temperaturen. Umso niedriger die Temperatur bei der Destillation des CBDs ist, desto hochwertiger sind die Inhaltsstoffe des Destillats. Zur Mischung von hochwertigem CBD Öl wird in der Regel immer biologisches Hanföl verwendet, das kalt gepresst wird.

CBD Öl kaufen – worauf achten?

Der Markt an verschiedenen Produkten, die Cannabidiol enthalten, ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Neben den wohl sehr beliebten CBD Ölen findet man im Handel oder im Internet verschiedene Kapseln, Tabletten, Liquids, Extrakte, Tees, aber auch Kosmetika und Tierprodukte. Damit man beim Kauf der Produkte nicht den Überblick verliert, sollten immer auf folgende Aspekte achten. In den Beipackzetteln oder auf den Verpackungen ist angegeben, wie hoch der CBD- und der THC-Gehalt des Produkts ist. Um eine Zulassung in Deutschland zu erhalten, darf der THC-Gehalt nicht über 0,2 Prozent liegen. Auch das Anbaugebiet des Hanfs, die Reinheit und das Extraktionsverfahren geben Aufschluss darüber, ob es sich um ein gutes Produkt handelt. Kauft man die Produkte im Internet, kann es auch interessant sein, die Rezensionen von verschiedenen Käufern zu lesen. Besonders günstiges CBD Öl ist oftmals sehr minderwertig. Hochwertige Öle stammen fast immer aus biologischer Herstellung und kosten in vielen Fällen zwischen 50 und 60 Euro pro 10 ml.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von CBD

Wie bei Medikamenten oder Lebensmitteln können bei Produkten und Ölen die CBD enthalten, selbstverständlich auch Neben- und Wechselwirkungen auftreten. Dies liegt einfach daran, dass jeder Mensch Cannabidiol in Verbindung mit Arzneimitteln unterschiedlich metabolisiert respektive verstoffwechselt, weil der Enzymhaushalt sehr unterschiedlich ist. Bei einer langsameren Verstoffwechselung der Medikamente kann sich daher die Dosierung erhöhen. Es können zusätzlich verschiedene Effekte wie Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Benommenheit auftreten. Auch Durchfälle sind möglich, wenn Cannabidiol nicht vertragen wird.

Trotz möglicher Nebenwirkungen ist Cannabidiol unbedenklich eingestuft

Die WHO hat Cannabidiol als sicher eingestuft und gleichzeitig ausgeschlossen, dass die Einnahme von Cannabidiol süchtig machen kann. Die bislang vorliegenden Daten durch die Studien und Untersuchungen der Wissenschaftler zeigen ebenfalls ein gutes Sicherheitsprofil. Die belegten Sicherheitsprofile gelten allerdings nur für zugelassene Medikamente und definierte Präparate in pharmazeutischer Qualität. Zurzeit ist nur das Medikament Epidyolex zugelassen.

Für wen ist CBD nicht geeignet?

Auch wenn es sich bei einem guten CBD Öl um ein rein pflanzliches Nahrungsergänzungsmittel handelt, welches sich an die gesetzlichen Vorgaben für pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel halten muss, ist es nicht für jeden Menschen die beste Lösung. Wenn man zum Beispiel viele Schmerzmittel, Neuroleptika oder auch Gerinnungshemmer einnimmt, kann CBD verschiedene Wechselwirkungen und auch starke Nebenwirkungen verursachen. Das CBD Öl sollte dann nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Auch für Alkoholiker oder Menschen mit einer geschädigten Leber ist die Einnahme von Cannabidiol nicht geeignet. Für Kinder und für Schwangere ist Cannabidiol ebenfalls nicht besonders hilfreich. Bei Schwangeren, die Cannabidiol einnehmen, ist es möglich, dass das enthaltene CBD die Durchlässigkeit der Placenta erhöht.

Quelle: wissenschaft.de/gesundheit-medizin

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